Singapur macht Betrieben Abwasser schmackhaft

Auszug aus einer Meldung bei derstandard.at vom 23.03.2009:

Die 4,8 Millionen Einwohner zählende ehemalige britische Kronkolonie (die bis 2015 auf sieben Millionen Einwohner anwachsen soll) hat zwar einen Fluss, den Singapore River, aber nicht genug Wasser, um den Bedarf von 1,5 Millionen Kubikmeter pro Tag zu decken. Mehr als die Hälfte des Wassers bezieht Singapur deshalb aus Malaysia. Noch.

Um unabhängig vom Nachbarn zu werden, treibt die Regierung schon seit Jahren mit großen Förderprogrammen unter anderem die Entwicklung und den Bau von Wasserherstellungs- und Wiederaufbereitungsanlagen voran.

Zehn Prozent seines Wasserbedarfs deckt Singapur so bereits mit entsalztem Meerwasser.

Ein weit ehrgeizigeres anderes Wasserprojekt, soll helfen Singapurs autarke Wasserversorgung zu sichern: NEWater. “30 Prozent unseres gesamten Wasserbedarfs werden wir bis 2012 aus Abwasser gewinnen” , sagt Harry Seah, Technikchef des Public Utility Boards von Singapur, dem Wasserversorger der Insel. Der Ausgangsstoff, den Seah aus “psychologischen” Gründen lieber als “used water” (verbrauchtes Wasser) statt “waste water” (Schmutzwasser) bezeichnet, durchläuft ein ausgeklügeltes Recyclingverfahren. Das Wasser, das am Ende rauskommt, schmeckt zwar nicht so gut wie das Wiener Hochquellwasser. Es hat auch so gut wie keine Mineralien mehr, ist aber reiner als Trinkwasser und somit auch in anspruchsvollen Fertigungsprozessen wie etwa in der Halbleiterindustrie einsetzbar.

Fünf bis zehn Prozent frisches Wasser wird mittlerweile Trinkwasserreservoirs für Haushalte beigemischt. Um auch die Bevölkerung auf den Geschmack des einstigen Abwassers und nun hochreinen Wasser zu bringen, wird es seit Jahren großzügig kostenlos in kleinen Plastikflaschen verteilt. Auch Staatsgäste dürfen kosten.

Beispielhaft!

Boss 28. März 2009 Wasser 3 Kommentare

3 Kommentare zu “Singapur macht Betrieben Abwasser schmackhaft”

  1. SiamConsultingam 8. Juni 2009 um 10:17 Link zum Kommentar

    So wie es Singapur jetzt schon geht, so wird es mehr und mehr Ländern gehen, darunter auch Thailand: es ist nicht genug sauberes Wasser da. Jetzt schon ist die Wasserqualität an vielen Orten zweifelhaft. Singapur gibt ein gutes Beispiel wie dieses Problem durch Recycling gelöst werden kann!

  2. Hansam 29. Juli 2009 um 03:44 Link zum Kommentar

    Sind clevere Jungs, die in Singapur. Umso autarker, umso besser!

  3. Peteram 30. Juli 2009 um 13:31 Link zum Kommentar

    Singapur ist in vielem ein Beispiel. Am Besten Augen auf und von ihnen lernen!

Einen Kommentar schreiben