Tengelmann’s Energiekonzept für Supermärkte – Ein Vorbild für Thailand, völlig ohne CO2-Emissionen

Der Tengelmann Klimamarkt - Vorbild fuer Thailand Die Energie Agentur .NRW bewertet das Projekt als vorbildlich in Deutschland. Wir sagen, es ist Beispiel und Vorbild auch für Thailand. Beispiel für Big C, Tesco Lotus, Foodland, Friendship, Centrum, Carrefour, und wie sie alle heissen. Und Tengelmann beweist hier mal wieder: Wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg!

Aus der Pressemitteilung von Tengelmann: Tengelmann eröffnete bereits am 1. Dezember 2008 den ersten Klima(super)markt in Deutschland – ein Markt mit Modellcharakter für die gesamte Branche in Bezug auf Energie- und CO2-Einsparung.

Völlig ohne CO2-Emissionen

“Mit dem ersten Tengelmann Klimamarkt setzen wir erneut einen Leuchtturm im deutschen Lebensmitteleinzelhandel, indem wir zeigen, dass man ein modernes Supermarktkonzept mit 50 Prozent weniger Energie und ganz ohne CO2-Emissionen betreiben kann”, erläutert Karl-Erivan W. Haub, Geschäftsführender Gesellschafter der Unternehmensgruppe Tengelmann. “Dies ist auch ein Beitrag zur Erreichung unseres großen Ziels, bis 2020 als Gruppe unseren Beitrag zur Realisierung des Kyoto-Protokolls zu leisten und unseren CO2-Ausstoß um 20 Prozent zu senken”.

Ein Thema, das uns alle angeht

Klimawandel, CO2-Debatte und hohe Energiepreise beherrschen allerorten die öffentliche Diskussion und zwingen zur Auseinandersetzung mit dem Thema Umwelt. Für Tengelmann kein Neuland: Bereits seit 40 Jahren beschäftigt sich die Unternehmensgruppe mit dem Umweltschutz. Waren es zunächst das Umweltrecht und dessen Verankerung, dann das konsequente Auslisten umweltschädlicher Produkte und die Vermeidung von Verpackungsmüll, so engagiert sich das Unternehmen heute insbesondere für den Klimaschutz.

“Klimaschutz ist die Herausforderung unserer Zeit. Und absolut jeder noch so kleine Beitrag zählt”, bringt es Haub auf den Punkt.

Sein Engagement bündelt der Unternehmer unter dem Dach der Tengelmann Klimainitiative. Dazu zählen der Einsatz von Grünstrom, die Teilnahme am PCF-Pilotprojekt Deutschland, die Erstellung jährlicher Emissionsbilanzen – und ganz aktuell – Deutschlands erster Tengelmann Klimamarkt.

Der Klimamarkt

Zusammen mit Spezialisten aus dem eigenen Hause und externen Fachleuten hat Tengelmann ein Energieeffizienzkonzept entwickelt, das viele Einzelmaßnahmen umfasst.

Einige davon sind bereits seit einigen Jahren auf dem Markt, andere dagegen wurden eigens für dieses Pilotprojekt entwickelt.

“Wir glauben, mit dieser in Deutschland einzigartigen Maßnahmenkombination den Energieverbrauch halbieren zu können”, sagt Haub.

Vorgemacht, dass Klimaschutz und wirtschaftliches Handeln ineinander greifen können

Schon vor der Eröffnung hat der Tengelmann Klimamarkt positive Resonanz erhalten. So interessierte sich auch die EnergieAgentur.NRW sehr für das Projekt.

“Dieser neue Klimamarkt von Tengelmann ist ein Supermarkt der nächsten Generation, er ist deutschlandweit vorbildlich! Energetisch gesehen werden alle Register gezogen und vorgemacht, dass Klimaschutz und wirtschaftliches Handeln ineinander greifen können”, konstatierte Prof. Dr. Norbert Hüttenhölscher, Geschäftsführer der EnergieAgentur.NRW. “Hier wird oberflächennahe Erdwärme effizient genutzt, mittels Fotovoltaik 45.000 kWh Sonnenstrom pro Jahr erzeugt, Abwärme nochmal in die Energiekreisläufe eingespeist, Energie gespart bei der Kühlung und ein ausgeklügeltes Lichtmanagement betrieben – und der Kunde wird keinerlei Komforteinbußen haben. Besonders positiv: Tengelmann habe keinen Neubau auf die grüne Wiese gestellt, sondern ein bestehendes Gebäude energetisch so hervorragend saniert, dass dieser Klimamarkt wohl zu einem Exkursionsobjekt werden wird”, so Hüttenhölscher.

Folgende Verfahren tragen dazu bei, den ersten Tengelmann Klimamarkt zum energiefreundlichsten Supermarkt in Deutschland zu machen:

Heizen mit Geothermie (Erdwärme) und Kühlanlagenabwärme

75 Prozent des Wärmebedarfs des Marktes werden über die Rückgewinnung der Abwärme der Kühlanlagen abgedeckt, die bislang ungenutzt blieb. Die reichlich im Markt vorhandenen Kühlmöbel sind quasi zugleich “Heizkörper”, da sie zum Erzeugen der Kühlkälte auch reichlich Wärme entwickeln.

Das System kühlt den Markt, indem es der Raumluft die Wärme entzieht und sie an den Boden zurückgibtDie fehlenden 25 Prozent liefert eine Geothermieanlage mit sechs Erdwärmesonden. Beide Maßnahmen zusammen machen den bisherigen Heizkessel überflüssig und den Klimamarkt unabhängig von den Primärenergien Gas oder Öl.

Für die Anlage wurden sechs 130 Meter tiefe Erdbohrungen vorgenommen, in die man einen Röhrenkreislauf einbrachte. Die Flüssigkeit in den Röhren – ein Wasser-Glykol-Gemisch – nimmt die Wärme aus dem Boden auf und wandelt sie über eine Wärmepumpe in Heizwärme für den Klimamarkt um. Auf diese Weise wird der Temperaturunterschied zwischen den oberen und den tiefer gelegenen Bodenschichten nutzbar gemacht. Im Sommer funktioniert das System umgekehrt. Es kühlt den Markt, indem es der Raumluft die Wärme entzieht und sie an den Boden zurückgibt. Das Erdreich dient sozusagen als Wärmespeicher für den Klimamarkt.

Tageslicht gesteuerte Beleuchtungssysteme und energieeffiziente Beleuchtungskörper

Die Beleuchtung ist wortwörtlich eines der “Highlights” des Klimamarktes. Im Dach eingelassene Spezialgläser lassen Tageslicht ins Innere. Abhängig von der natürlichen Helligkeit regelt eine neu entwickelte Lichtsteuerung die künstliche Beleuchtung. Zusätzlich werden nur energiesparende Leuchtmittel eingesetzt, so erfolgt beispielsweise die Beleuchtung sämtlicher Kühlmöbel sowie der speziellen Aktionsregale mit energiesparender LED-Technik. Insgesamt benötigt das innovative Lichtkonzept 30-40 Prozent weniger Strom als ein herkömmliches Beleuchtungssystem.

Glasabdeckungen auf Kühlmöbeln

Im Klimamarkt sind alle Kühlmöbel mit Glastüren oder -schiebedeckeln ausgestattet. Im Tiefkühlbereich spart das bis zu 50 % und bei den Kühlregalen 30 % Energie.

Strom aus Photovoltaik und Ökostrom

Mittels Photovoltaik werden 45.000 kWh Sonnenstrom pro Jahr erzeugtDer Klimamarkt verfügt über eine 1.140 m² große Fotovoltaikanlage, architektonisch an exponierter Stelle in der Fassade sichtbar platziert.

Die Solarstrom Module (Photovoltaik Elemente) an den Fassaden sowie die Kollektorfolien auf dem Dach erzeugen mit Sonnenenergie bis zu 45.000 kWh Grünstrom.

Das gesamte System zur solaren Energiegewinnung setzt sich aus drei separaten Photovoltaikanlagen mit unterschiedlichen PV-Modultypen zusammen:

  • Im südlichen und westlichen Dachrandbereich (Bild oben) sind auf einer Fläche von ca. 220 m² 92 monokristalline schwarze Kompaktmodule (Schüco S 240-KM) als Kaltfassade in eine Aluminium-Unterkonstruktion eingehängt. Die Modulabmessungen betragen hier durchgängig ca. 1,14 x 2,04 m.
  • Im Turm oberhalb des Haupteingangsbereichs kommen auf ca. 60 Quadratmeter Fläche monokristalline schwarze Schüco ProSol-Elemente als Isolierverglasung in Alu-Pfosten-Riegel-Konstruktion (Schüco FW 50+.HI) zum Einsatz. Die Modulabmessungen betragen abhängig von der Scheibengröße zwischen 0,76 x 1,350 m und 3,10 x 1,35 m.
  • Im Flachdachbereich schließlich hat man sich aus statischen Gründen für eine “leichtere” Lösung mit Photovoltaik-Dünnschichtmodulen von Solar Integrated entschieden. Etwa 860 Quadratmeter dieses Kollektortyps wurden auf eine Dachfolie von Sika aufgeschweißt.

Alle drei Anlagenmodule zusammen können bis zu 45.000 kW/h Strom erzeugen.

Der Reststrombedarf wird zu 100 Prozent aus Ökostrom (aus Wasserkraft) gedeckt wie übrigens in allen anderen Kaiser’s- und Tengelmann-Filialen auch.

Kühlanlagen mit natürlichem Kältemittel CO2 und Regenwassernutzung

Unterirdische Zisterne fuer 100.000 Liter RegenwasserBereits 1996 setzte Tengelmann auf innovative Kühlsysteme. Im Klimamarkt kommt erstmals ein Verbund der Kühlanlagen zum Einsatz, der mit dem natürlichen Kältemittel CO2 betrieben wird. Diese Anlage muss bei sommerlich hohen Temperaturen mit Wasser gekühlt werden. Um auch diese wertvolle Ressource zu schonen, wurde eine unterirdische Zisterne gebaut, die 100.000 Liter Regenwasser aufnehmen kann.

Belieferung mit umweltfreundlichen LKW

Auch die Logistik leistet ihren Betrag zur CO2-Reduktion: Vom Logistikzentrum Viersen aus wird der Klimamarkt von besonders emissionsarmen Fahrzeugen beliefert. Die Fahrzeuge unterschreiten deutlich den europäischen Abgasstandard. Ein innovativer erdgasbetriebener LKW wird derzeit getestet.

“Mit diesem Pilotprojekt wollen wir Erfahrungen sammeln, welche Maßnahmen sich sinnvoll auch auf andere Um- und Neubauten übertragen lassen. Denn letztlich müssen Ökologie und Ökonomie Hand in Hand gehen”, betont Karl-Erivan W. Haub.

Soweit die Pressemitteilung.

Wir wünschen uns jetzt dass die Verantwortlichen in Big C, Tesco Lotus, Foodland, Friendship, Centrum, Carrefour, usw schnellstens eine Dienstreise nach Mülheim an der Ruhr machen und lernen und nachmachen!

9 Responses to Tengelmann’s Energiekonzept für Supermärkte – Ein Vorbild für Thailand, völlig ohne CO2-Emissionen

  1. Eine lobenswerte Initiative! Das wusste ich noch gar nicht, dass die Tengelmänner so grün ist.

    Das sollen alle nachmachen, nicht nur die Märkte in Thailand, sondern auch Aldi, Lidl usw.

  2. Alle Achtung Tengelmann, das ist ja wirklich vorbildlich!

    Gerade Carrefour und Tesco Lotus mit ihrem grossen Europäischem Anteil an Aktieninhabern sollten da doch mal was tun, die können sich doch nicht dahinter verstecken dass sie dies nicht wissen.

  3. Wie bringen wir Big C und Tesco Lotus und die anderen Supermärkte in Thailand dazu das auch zu machen?

  4. Ich war heute im Big C und im Tesco Lotus in Pattaya, und muss feststellen dass den Betreibern ein Studienbesuch des Tengelmann Klimamarktes sehr gut tun wuerde. Sie haben noch so viel zu lernen!

  5. Pingback: Auch Aldi setzt auf Solarstrom: 59 Photovoltaik Anlagen auf Aldi Süd Filialdächern | Bauen und Leben in Thailand

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