Reputation von thailändischem Reis durch toxische Cadmium Kontamination bedroht

Die Landwirte im Premium-Reis Anbaugebiet Tak werden aufgefordert, vom Reisanbau auf Zuckerrohr für die Ethanol Produktion umzusteigen. Damit soll verhindert werden daß Cadmium in die Nahrungskette gelangt, und daß der internationale Ruf des thailändischem Reis beschädigt wird.

Eine Kontamination in der Region wurde erstmals 2004 im Rahmen einer Studie des International Water Management Instituts festgestellt. Diese fand daß Boden und Trinkwasserversorgung im Gebiet um Huay Mae Tao und Huay Mae Ku im Mae Sot Bezirk stark mit dem Schwermetall Cadmium belastet sind.

13.200 Rai (21 km2) mit Cadmium kontaminiert

Dem Bericht zufolge sind mehr als 13.200 Rai (21 km2) bestehend aus Reisfeldern, Plantagen und Wohngebieten mit dem als sehr giftig und krebserregend anerkannten Schwermetall Cadmium kontaminiert.

Drei Proben von Reis aus dem Einzugsgebiete des Mae Tao Flusses im Mae Sot Bezirk, die letzten Monat vom Zentral-Labor des Landwirtschafts-Ministeriums genommen wurden, enthielten Cadmium. Die Anwohner, von denen viele bereits eine Cadmium Vergiftung haben, geben die Schuld der nahe gelegenen Zink-Schmelze und Raffinerie, die von Padaeng Industries betrieben wird.

Die Zink-Schmelze hat im Jahr 1984 ihren Betrieb aufgenommen und produziert mehr als 110.000 Tonnen von Barren- und Druckguss-Legierung pro Jahr.

Hom Mali (Thai wohlriechend) Reis aus dem Mae Sot Bezirk gilt als ein Premium-Produkt und der Wirtschafts-Ministerium befürchtet daß eine Kontamination mit Giftstoffen das Image von Thai-Reis allgemein schädigen kann.

Verhindern daß die toxische Chemikalie in die Nahrungskette eingeführt wird

Regierungsstellen sagen, dass sie die Quelle der Verschmutzung nicht bestätigen können. Stattdessen ermuntern sie die Landwirte auf den Anbau von Zuckerrohr für die Ethanol-Produktion umzusteigen und so zu verhindern daß die toxische Chemikalie in die Nahrungskette eingeführt wird.

Die Padaeng Industrie Hütte hat im Laufe der Jahre zahlreiche Auszeichnungen gewonnenen für Initiativen zum Energiesparen, für Gesundheit und Sicherheit und ironischerweise auch für Umweltschutz. Sie wurde auch für drei der letzten vier Jahre von der ISO zertifiziert.

Cadmium ist ein Nebenprodukt der Zink-Produktion.

Etwa drei Viertel des Cadmiums wird in Batterien verwendet, vor allem in wiederaufladbaren Nickel-Cadmium-Batterien. Der Rest wird verwendet in Cadmium Pigmenten und Beschichtungen, sowie als Stabilisator für andere Produkte.

RoHS verboten

Cadmium ist einer der sechs von der Europäischen Union in der “Restriction on Hazardous Substances” (RoHS) Richtlinie verbotenen Stoffe. Die RoHS Richtlinie verbietet die Verwendung bestimmter gefährlicher Stoffe in der Elektronik.

Rauchen und Cadmium

Cadmium ist hochgiftig. Tabakkonsum ist die größte einzelne Quelle für Cadmium in der allgemeinen Bevölkerung. Beim Rauchen wird etwa 10 Prozent des Cadmiumgehalt von einer Zigarette inhaliert. Im Durchschnitt haben Raucher 4-5 mal höhere Blut-Cadmiumkonzentrationen und 2-3 mal höhere Nieren-Cadmium-Konzentrationen als Nichtraucher. Lasst uns hoffen dass es dabei bleibt, und nicht das Essen von Thai-Reis oder das Wohnen im Mae Sot Bezirk noch gefährlicherere Cadmiumkonzentrationen in Blut und Nieren garantiert.

Nach einem Bericht von John Le Fevre auf thaivisa.com:

7 Responses to Reputation von thailändischem Reis durch toxische Cadmium Kontamination bedroht

  1. Das ist erschreckend und sehr gefaehrlich fuer Thailand, nicht nur fuer die Wirtschaft sondern vor allem fuer die Menschen die diesen vergifteten Reis taeglich essen!

  2. Schwermetalle wie Blei, Quecksilber und Cadmium sind unter allen Umständen aus Boden und Wasser fernzuhalten. Sie haben schon so viel Krankheit und Leid verursacht. Keiner der Verschmutzer kann heute noch sagen er hätte es nicht gewusst. Auch nicht in Thailand.

    Die Reaktion der Behörden in Thailand den Landwirten den Anbau von Produkten zu empfehlen, die nicht in die Nahrungskette gelangen, ist ein Schritt in die richtige Richtung. Besser wäre allerdings das Verbot des Reisanbaus überall dort wo der Boden kontaminiert ist.

  3. Wo in Thailand kann man Reis und andere Lebensmittel untersuchen lassen, ob diese Kadmium enthalten? Oder andere Gifte?

  4. Von http://www.lenntech.de/pse/elemente/cd.htm :

    Gesundheitliche Auswirkungen von Kadmium

    Kadmium kommt hauptsächlich in der Erdkruste vor- immer in Kombination mit Zink. Auch bei industriellen Anwendungen ist es ein unvermeidbares Nebenprodukt der Zink-, Blei- und Kupfergewinnung. Abgesehen davon gelangt es auch über Dünger und Pestizide in den Boden.

    Der Mensch nimmt Kadmium hauptsächlich über die Nahrung auf. Kadmiumreiche Nahrungsmittel können die Bioakkumulation im Körper entscheidend erhöhen. Zu diesen Nahrungsmittel zählen Leber, Pilze, Schellfische, Muscheln, Kakaopulver und getrocknetes Seegras. Auch der Tabakrauch transportiert große Kadmiummengen in die Lungen, von wo aus es mit dem Blut im Körper verteilt wird und die Effekte, die durch das aufgrund von Nahrungsmitteln bereits vorhandene Kadmium entstehen, noch verstärkt.

    Auch Personen, die in der Nähe von wilden Müllplätzen oder Fabriken, welche viel Kadmium ausstoßen, leben oder die in Metallwerken arbeiten, sind erhöhten Belastungen ausgesetzt. Das Einatmen von Kadmium kann die Lungen ernsthaft schädigen und sogar zum Tod führen.

    Das Kadmium wird mit dem Blut zuerst zur Leber transportiert, wo es sich mit Proteinen zu Komplexen verbindet, die dann zu den Nieren transportiert werden. In den Nieren akkumuliert Kadmium und behindert und zerstört Filterungsmechanismen. Das wiederum verursacht die Ausscheidung essentieller Proteine und Kohlenhydrate und schädigt auch die Nieren. Es braucht sehr lange, bis das Kadmium, das sich in die Nieren eingelagert hat, wieder ausgeschieden werden kann.

    Weitere Wirkungen, die von Kadmium hervorgerufen werden, sind:
    – Durchfall, Magenschmerzen und heftiges Erbrechen
    – Knochenbrüche
    – Störungen in der Fortpflanzung und eventuell sogar Unfruchtbarkeit
    – Schäden am Zentralnervensystem
    – Schäden am Immunsystem
    – Psychologische Störungen
    – Mögliche DNS-Schäden und Krebsentstehung

  5. und weiter:

    Umwelttechnische Auswirkungen von Kadmium

    Durch natürliche Prozesse wird eine große Menge (etwa 25.000 Tonnen pro Jahr) an Kadmium freigesetzt. Etwa die Hälfte dieses Kadmiums gelangt durch Gesteinsverwitterung in die Flüsse und ein Teil wird durch Waldbrände und Vulkanausbrüche in die Luft emittiert. Auch der Mensch setzt bei industriellen Prozessen Kadmium frei. Aus Abfällen gelangt Kadmium vornehmlich in den Boden- beispielsweise aus der Zinkproduktion. Weitere Quellen sind der Einsatz von Phosphaterzen und industrieller Phosphatdünger. Vor allem Phosphatdünger sind in Bezug auf den verstärkten Kadmiumeintrag sehr schädlich, da durch sie Kadmium auf den Ackerboden gelangt. In den Boden gelangt Kadmium auch durch die nicht-ordnungsgemäße Entsorgung von Müll. Die Müllverbrennung (auch die im Haushalt) und die Verbrennung fossiler Brennstoffe emittieren Kadmium in die Luft. Aufgrund strenger Verordnungen und Gesetze ist der Kadmiumeintrag aus Industrie- und Kommunalabwässern schon im Sinken begriffen.

    In Gewässern kann Kadmium jedoch über weite Strecken transportiert werden, wenn es vom Schlamm absorbiert wird. Dieser kadmiumreiche Schlamm kann sowohl die Oberflächengewässer als auch den Boden verseuchen. Im Boden bindet sich Kadmium sehr stark an die organischen Partikel. Von dort wird es von den Pflanzen aufgenommen und gelangt so auch in die tierische und menschliche Nahrung. Saure Böden begünstigen die Aufnahme durch die Pflanzen. Kühe, die diese Pflanzen abweiden, akkumulieren große Mengen an Kadmium in ihren Nieren.

    Regenwürmer und andere wichtige Organismen reagieren sehr empfindlich auf Kadmium und können schon bei niedrigen Konzentrationen sterben. Das verschlechtert klarerweise auch die Bodenstruktur und kann das gesamte Ökosystem stören.

    In aquatischen Ökosystemen kann es zu einer Bioakkumulation von Kadmium in Muscheln, Austern, Shrimps, Hummern und Fischen kommen. Die Empfindlichkeit gegenüber Kadmium variiert bei diesen Lebewesen sehr stark. Gewöhnlich vertragen Arten, die im Salzwasser Leben höhere Konzentrationen als Süßwasserlebewesen. Bei Tieren kann Kadmium Bluthochdruck, Leberkrankheiten und Schäden an Gehirn und Nerven verursachen.

  6. Da lobe ich mir den Reis aus (tatsächlich) kontrolliertem biologischen Anbau, den es in Deutschland gibt.

    Wäre schön, wenn es das auch in Thailand geben würde!

  7. In Deutschland konnte ich immer wieder im Bio-Laden einkaufen, und ziemlich sicher sein daß weniger Schadstoffe enthalten sind als im normalen Supermarkt.

    Hier in Thailand fehlt mir das.

    Und wenn ich sehe wie freizügig die Bauern hier in Thailand mit der Giftspritze umgehen dann wird mir Angst und Bange.

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