Solarstrom-Module – China produziert zum halben Preis

Eine nichtöffentliche Studie der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW), die der Berliner Zeitung vorliegt, kommt zu dem Schluss, dass chinesische Produzenten sich enorme Kosten- und Effizienzvorteile erarbeitet haben.

Die europäische Solarindustrie und damit auch die deutschen Hersteller sind gegenüber der chinesischen Konkurrenz kaum noch wettbewerbsfähig. Während die besten Europäer pro Watt Leistung 1,02 Euro aufwenden, schaffen Top-Hersteller aus China dies für 57 Cent – bei in der Regel gleicher Qualität.

Die Personalkosten allein verhelfen den Chinesen zu einem Vorteil von 23 Cent pro Watt, auch, weil sie die Herstellung optimiert haben. Weitere 11 Cent können sie deshalb beim Material einsparen. Schließlich sind die Abschreibungen auf die Anlagen und der Strom etwas günstiger.

Den Kostenvorteil für alle Fertigungsschritte vom bearbeiteten Silizium bis zum fertigen Solarmodul taxiert die LBBW-Studie auf 44 Prozent. Die chinesischen Top-Firmen können ihre Arbeitsschritte im Vergleich zu den besten europäischen Herstellern also nahezu zum halben Preis durchführen.

Die Marktanteile in der Solarzellenherstellung verschieben sich nun immer schneller nach Asien. Schon 2008, als das Geschäft dank eines durch staatliche Subventionen entfachten Booms in Spanien für fast alle Unternehmen noch gut lief, konnte China seinen globalen Marktanteil von 28 auf 33 Prozent steigern. Deutschland dagegen verlor von 21 auf 19 Prozent. Die LBBW-Fachleute erwarten, dass die chinesischen Firmen ihren Marktanteil weiter schnell ausbauen – auch auf Kosten des Profits. Das werde einen “vernichtenden” Druck auf die Gewinnmargen der Europäer bewirken.

Was können die hiesigen Firmen noch tun gegen die Flut günstiger und guter Module aus China? Für die meisten besteht nur wenig Hoffnung. Wer überleben will, muss laut LBBW die Produktivität deutlich steigern und mit Innovationen punkten. Und, die dritte Maßnahme:

“Die Auslagerung von Produktionsstätten in Billiglohnländer.” So wie Q-Cells, die “einen Großteil ihrer Kapazität in Deutschland offensichtlich ersatzlos stilllegt – dafür aber das Werk in Malaysia aufbaut und in China fremdfertigen lässt.”

Eine erfreuliche praktische Konsequenz hat das für alle Häuslebauer, und für alle die in Thailand und anderswo bauen wollen: Solarstrommodule werden billiger, nicht nur für die Händler im Einkauf, sondern auch die Verkaufspreise für die Bauherren. Also Augen auf und Konkurrenzangebote einholen!

8 Responses to Solarstrom-Module – China produziert zum halben Preis

  1. Europa hilft nur eines: Schnell lernen und intelligenter produzieren!

    Für Umwelt, Klima, und Häuslebauer ist dies jedoch genau das richtige – runter mit den Preisen!

    Gruss aus dem kalten Deutschland ins sonnige Thailand!

    Klaus

  2. Hallo China!

    Mach’s nochmal bitte!

    “Zum halben Preis bei gleicher Qualität”

    Immer wieder nocheinmal :D

  3. Eine Preishalbierung macht Photovoltaik zur echten Alternative. Ich hoffe dass die Haendler dies bald and uns weitergeben.

  4. Ich suche immer noch einen Händler für Photovoltaik in Thailand, der wirklich Ahnung hat von Solarenergie, und dies auch fachgerecht installieren kann. Wer kennt einen?

  5. China ist auch führend bei LED Lampen, die diese Solaranlagen ergänzen. LED Lampen brauchen weniger als die Hälfte Strom im Vergleich zu Energiesparlampen, und damit braucht man dann auch weniger Solarmodule. Bei einem so grossen Land wie China kommt da einiges zusammen. Aber auch Thailand könnte mit LED Lampen seinen Strombedarf verringern., mit und ohne Einsatz von Solarstrom.

  6. @Thorsten: Das stimmt, LED Lampen werden Glühbirnen und Stromsparlampen ersetzen. Ich bin gerade dabei verschiedene neue LED Lampen aus China zu testen, und die Lichtstärke und Leuchtkraft mit den üblichen Stromsparlampen zu vergleichen. und werde demnächst berichten.

  7. Regenzeit in Thailand, Gewitter, und Stromausfall, jedes Jahr wieder ggrrrrr jetzt wo die Preise fallen denke ich immer mehr über eine unabhängige eigene Solarstrom-Anlage nach, mit Batterien gepuffert, so dass der Kühlschrank kalt bleibt, und der Ventilator weiterdreht, und der Computer und Internet weiter benutzbar sind, auch wenn dem Stromwerk mal wieder alle Sicherungen durchbrennen, nur weil jemand gesagt hat es könnte bald regnen.

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