Europas grünste Stadt: Växjö in Südschweden

Die schwedische Stadt Växjö lebt den Klimaschutz vor und zeigt, dass der CO2-Ausstoß in 15 Jahren um 35 Prozent reduziert werden kann.

Vor zwei Jahren hat die Städteorganisation "Baltic Cities" Växjö den Titel "Europas grünste Stadt" verliehen.

Und nach einem BBC-Film über "The greenest city in Europe" kann sich die Kommune vor dem Zustrom von internationalen Besucher- delegationen kaum noch retten. Über 3.000 waren es laut einer im Rathaus geführten Statistik. Und die Delegationen aus aller Welt sind begeistert (im Foto die EU Agrarminister).

2008 betrug der CO2-Ausstoß pro Einwohner in Växjö nur noch drei Tonnen – eine Verminderung um 35 % in 15 Jahren. Warum also sollten für ganz Europa nicht auch 35 % bis 2025 möglich sein?

Växjö ist stark gewachsen. 1990 hatte die Stadt noch 15.000 Einwohner – heute sind es 55.000. Ende 2010 sollen die CO2-Emissionen schon um 50 % und 2025 um 70 % sinken. Basisjahr ist 1993.

Klimaschutz ist quer durch alle Parteien das Thema in Växjö. Heute wird die Stadt konservativ regiert. Vor 30 Jahren wurde noch zu 100% Erdöl verfeuert, heute noch zu einem Prozent, 2010 ist die Stadt ganz erdölfrei. Ende 2009 haben fast alle schwedischen Städte Biomassekraftwerke – Holz ist der wichtigste Brennstoff.

Bereits 2009 Kohlendioxidausstoß von nur noch 3 Tonnen pro Einwohner

Sarah Nilsson ist amtierende Chefin der Planungs- und Entwicklungsabteilung der Stadt Växjö. Und sie zeigt in einem Sitzungssaal des Rathauses bunte Diagramme, die darstellen, dass hier statistisch jede Einwohnerin und jeder Einwohner im letzten Jahr für einen Kohlendioxidausstoß von nur noch 3 Tonnen verantwortlich war.

"Wir haben in 15 Jahren eine Verminderung um 35 Prozent geschafft. Warum sollte für die EU eine Verminderung von 20 oder 30 Prozent bis 2020 so schwer sein? Denn Wachstum und erfolgreiche Klimapolitik schließen sich nicht aus"

meint Nilsson im Hinblick auf den Klimagipfel in Kopenhagen. Sie verweist auf zwei neue Kurven. Eine um fast 40 Prozent abfallende grüne Linie, die den verminderten CO2-Ausstoß zeigt. Und eine nach oben aufsteigende blaue Linie: Das Bruttonationalprodukt pro Kopf der Bevölkerung ist in 15 Jahren um 63 Prozent gewachsen. Växjö ist eine expandierende Stadt. Seit 1990 wuchs die Einwohnerzahl um 10.000 auf jetzt 55.000 im Zentralort selbst, auf 82.000 in der ganzen Kommune.

Bis 2050 "fossilenergiefreie" Kommune

1996 hatten sich die Stadtoberen ein damals weithin belächeltes Ziel gesetzt. Man wollte bis 2050 "fossilenergiefreie" Kommune werden. Bis zum Jahr 2010 soll der CO2-Ausstoß um 50 Prozent, bis 2025 um 70 Prozent sinken. "Basisjahr ist 1993", betont Sarah Nilsson, "denn für die Zeit vorher hatten wir einfach noch keine genauen Zahlen."

Strom und Wärme aus Biomasse

Der größte Teil der C2-Reduktion geht auch in Växjö auf Strom und Wärme aus Biomasse zurück. Nur noch 300 Kilogramm pro Jahr und Einwohner entfallen auf diese beiden Sektoren. Auch gebaut wird der „grünsten Stadt Europas“ überwiegend mit Holz. Die Universität der Stadt ist führend in der Holzbau-Architektur.

Sorgenkind ist aber nach wie vor der Autoverkehr. Ab 2012 jedoch soll auch für Autos Biogas produziert werden. Und zwar überwiegend aus Essensresten – so wie es in einigen anderen schwedischen Städten bereits geschieht. Damit soll dann auch der Treibstoffverbrauch pro Einwohner deutlich unter zwei Tonnen gedrückt werden.

Zwei Tonnen Treibhausgase pro Nase – erreicht Växjö bereits 2020

Zwei Tonnen Treibhausgase pro Nase – das ist das Welt-Ziel, das auch soeben auf der Kopenhagen-Konferenz bestätigt wurde. Damit könnte der Treibhauseffekt bis 2100 auf zwei Grad Erwärmung eingedämmt werden. Es geht also, wenn der politische Wille da ist, der freilich in Kopenhagen gefehlt hat. Växjö will das Zwei-Tonnen-CO2-Ziel schon 2020 erreicht haben.

Quelle: Franz Alt Sonnenseite> und TAZ. Foto: dpa

Man stelle sich mal vor: Chiang Mai, oder gar Pattaya "Asien’s / Thailand’s grünste Stadt" ? (Träumen ist doch erlaubt, oder?)

2 Responses to Europas grünste Stadt: Växjö in Südschweden

  1. Thailand’s Städte sind noch lange nicht bereit dieses Thema auch nur zu diskutieren, geschweige denn anzugehen. Vielleicht die nächste Generation. Hoffentlich!

  2. Växjö ist ein Super Beispiel für Thailand und seine Städte. Wenn doch nur Pattaya diesem Beispiel folgen würde!!!!!

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