Korallensterben: Werden Thailand’s Tauch-Paradiese Similan und Surin geschlossen?

Verschmutzung und globale Erwärmung zerstören Thailand’s Nationalparks Similan und Surin. Das Department of Marine and Coastal Resources beantragte deshalb die Schließung von Thailand’s schönsten Tauch-Paradiesen, den Nationalparks Similan und Surin. Dort wurde ein massives Korallensterben festgestellt. 90% und mehr der Korallen sind von Korallenbleiche betroffen.

Der Umfang der Korallenbleichen ist bereits riesig, und wenn nicht sofort die richtigen Maßnahmen getroffen werden wird die Korallenbleiche noch mehr Korallen zerstören, sagte der Generaldirektor des Departments, Kasemssan Jinnawaso, am Montag.

Der Schaden an den Koralle ist jetzt schon riesig, wahrscheinlich schlimmer als je zuvor in der Geschichte und sicherlich mehr als durch den Tsunami, der dieses Gebiet im Jahr 2004 heimsuchte. Die betroffenen Arten sind die Staghorn, Ring, Double Star und Mountain Koralle.

Sein Department hat bereits einen Antrag dem Department für National Parks, Wildlife and Plants Conservation vorgelegt. Darin beantragt er Teile der Similan und Surin Nationalparks zu schliessen um zu verhindern, dass weitere Schäden an den Korallen entstehen.

Meerwasser erreichte 30 Grad Celsius

Eine der Ursachen für die Korallenbleiche ist die steigende Temperatur des Meerwassers, die Mitte letzten Jahres 30 Grad Celsius erreicht hat, sagte er und fügte hinzu, daß Abfall und Umweltverschmutzung von den Booten der Taucher auch einen Beitrag zur Korallenbleiche liefern:

Viele Taucher tragen auch zum Schaden bei wenn sie die Korallen betreten.

Mehr als 90% der Korallen sind bereits tot

Untersuchungen in den beiden Nationalparks zwischen September und Dezember 2010 zeigten, dass 93,6 Prozent der Korallen bei Surin Nua Island bereits an der Korallenbleiche gestorben sind. Das Korallenriff bei Mae Yai Bay ist sogar bereits zu fast 100 Prozent gestorben.

Bezugnehmend auf Phi Phi, Phi Phi Don und Phi Phi Leh Inseln, sagte Kasemsan daß die Korallen auch bereits in weiten Gebieten durch die Korallenbleiche beschädigt sind, wahrscheinlich etwa 90 Prozent des Riffs.


Ich habe die Schönheit dieser Korallenriffe selbst mit eigenen Augen sehen dürfen, als sie noch gesund waren. Deshalb stimmt mich diese Nachricht heute ganz besonders traurig.

6 Responses to Korallensterben: Werden Thailand’s Tauch-Paradiese Similan und Surin geschlossen?

  1. Daß die Korallen sterben hat der Generaldirektor richtig erkannt, aber die Rolle der Taucher dabei ist völlig falsch dargestellt.

    Es sind die Taucher die die Korallenriffe von den Hinterlassenschaften der (illegalen) Fischer befreien, die die hängengebliebenen Netze entfernen usw. Jedesmal wenn die Tauchsaison beginnt, sehen die ankommenden Tauchboote die abziehenden (illegalen!) Fischerboote vor sich, und dürfen dann auf ihren ersten Tauchgängen deren Hinterlassenschaften an Netzen und Müll beseitigen.

    Es sind auch die Taucher, die die illegalen Fischer den Behörden melden, und da dies nicht kleine Fischer sind, sondern Fischer deren Boote einflussreichen Herren gehören, sind die Taucher diesen Herren ein Dorn im Auge. Der Anlass Korallensterben wird jetzt missbraucht die unbequemen Aufpasser auf die Korallenriffe aus dem Weg zu schaffen, damit die illegalen Fischer das ganze Jahr über freie Fahrt haben, und nicht während der Tauchsaison Pause machen müssen.

    Das Korallenriff hat dann gar keine Schonzeit mehr.

  2. Dem vorherigen Kommentar kann ich nur zustimmen!

    Kein Taucher wird auf Korallen herumsteigen, sondern vielmehr sind es die Taucher, die versuchen andere vom Schaedigen der Korallenriffe abzuhalten.

    Nur die Taucher mit ihrer Anwesenheit sind es die die illegalen Fischer zurueckdraengen. Die Behoerden machen herzlich wenig, leider.

  3. Die Taucher sind die besten Freunde der Korallen, sie freuen sich ein lebendiges Korallenriff zu sehen.

    Die illegalen Raubfischer wissen von der Schönheit des Riffs nichts, nur dass da noch Fische sind die sie fangen und verkaufen können.

    Wenn dieser Direktor der Behörde meint daß die beste Maßnahme ist die Taucher auszusperren, dann sollte er doch ehrlicherweise dazusagen dass diese Massnahme nicht das Korallenriff sondern die illegalen Fischer vor den Tauchern schützt.

  4. Ich war zuerst auch der Meinung, dass die Taucher nicht diese wunderschöne Unterwasserwelt gefährden. Nachdem ich das mit eigenen Augen gesehen habe bin ich jetzt anderer Meinung. Es sind teilweise bis zu 13 (!) Schiffe mit durchschnittlich 10-12 Taucher an Board an einem Tauchspot gleichzeitig. Es werden bis zu 4 tauchgänge pro tag gemacht. Die Küchenabfälle der Schiffe werden ausnahmslos über Bord geschmissen. Die meisten Taucher sind Urlaubstaucher und viele können nicht mal tarieren. Immer wieder sah ich Leute am Boden kleben, Korallen treten oder anfassen um sich festzuhalten! Auf jeden Fall tragen die Taucher ihren Teil dazu bei, dass es die Korallen an den Similan so nicht mehr geben wird…

  5. Mitte 2010 gab es eine kaum beachtete Umwelkatastrophe in Similan, die alles grundauf veränderte:
    Aufgrund von El Nino bedingten Wassertemperaturen von deutlich über 30C sind in wenigen Wochen die meisten Korallen bis 15m Wassertiefe abgestorben. Dort wo in den Jahren zuvor eine bunte, weitestgehend intakte Korallenwelt vorzufinden war, fanden wir im Jan 2011 nur noch tote Korallenskellette mit bräunlich oder grünlichem Überzug. Die Anzahl der Fische hatte sich ebenfalls dramatisch reduziert. Dieses Bild betrifft das gesamte Similan Gebiet und es wird Jahrzehnte dauern bis der alte Zustand wieder hergestellt ist, wenn überhaupt (siehe Malediven).
    Bei den Tauchern macht die Dosis den Unterschied. Ein Taucher, der nichts berührt schadet auch nicht und der wirtschaftliche Nutzen durch den Tauchbetrieb hilft dem Naturschutz – zumindest im Prinzip. Leider fehlt vielen Tauchern die Erfahrung oder auch das Einsehen und dann wird halt doch mal mit der Flosse etwas abrasiert oder man posiert an die Korallen geklammert für die stets präsente Kamera. Bis zu einem gewissen Grad regeneriert sich das Riff von allein und auch die Natur ist hier nicht immer zimperlich. Wenn der Druck vorallem durch unerfahrene Taucher zu gross wird, können sich die Korallen nicht mehr regenerieren. Ein gutes Beispiel ist Koh Tao, welches durch die vielen Tauchschulen in 10 Jahren von einem Top Tauchspot zu einem Friedhof herabgewirtschaftet wurde. Ausser Weichkorallen gibt es hier kaum noch etwas. In Similan gibt es zwar auch viele Boote und es gab auch Schäden, aber all das ist absolut vernachlässigbar im Vergleich zu dem was El Nino 2010 angerichtet hat. Grossfische traf man auch davor selten und zunehmend weniger an. Die überall abgebildeten Mantas und Walhaie sieht man nur mit viel Glück und keinesfalls kann man sich auch bei einer mehrtägigen Tauchsafari auf eine Sichtung verlassen. Nach vielen Jahren Tauchen in Similan ist das Gebiet für mich nicht mehr attraktiv. Ich hoffe, die Regierung sorgt für ausreichende Schutzzonen, damit die einstige Pracht wieder hergestellt werden kann.

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